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Veröffentlicht in: Computer Spezial Ausgabe 02.2008    Update: Videos vom 2. Bauabschnitt

Projekt Zukunft, im Zeitraffer gebaut

Die juwi-Gruppe hat sich das wohl energieeffizienteste Bürogebäude der Welt gebaut - termingenau, in weniger als sechs Monaten. Mit dabei: Die Projektmanagementlösung Asta Powerproject.

Vorzeigeprojekt: Der neue Firmensitz der juwi-Gruppe gilt als das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt. (Bild juwi) Vorzeigeprojekt: Der neue Firmensitz der juwi-Gruppe gilt als das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt.
Zeigen, was heute in Sachen Energieeffizienz technisch möglich ist und ein überaus angenehmes Arbeitsumfeld für die eigenen Mitarbeiter schaffen: Diese Ziele hatte sich die juwi-Gruppe für den Neubau des Firmensitzes im rheinhessischen Wörrstadt gesetzt. Beides ist auf beeindruckende Weise gelungen. Und genau so imponiert, wie der dreiteilige, in Holzbauweise errichtete Bürokomplex in Rekordzeit und termingerecht realisiert wurde. Zwischen Spatenstich und Einweihung am 1. Juli 2008 lagen nicht einmal sechs Monate. Warum die Eile? Und wie hat man dieses Tempo bewältigt?

juwi: Erfolg braucht Raum
Mit einem Windrad am Donnersberg in der Pfalz hat es begonnen. Heute zählt die 1996 als Zwei-Mann-Betrieb gegründete juwi-Gruppe mit einem Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien. Neben der Windkraft gehören inzwischen auch Solar- und Bioenergieanlagen zur Angebotspalette des Projektentwicklers. Mit rund 350 Mitarbeitern deckt juwi die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über die Errichtung bis hin zur Finanzierung und Betriebsführung der regenerativen Energieanlagen ab. Neben dem nach wie vor wichtigsten Heimatmarkt ist das Unternehmen auch in Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, USA, Costa Rica und Südkorea aktiv.

Sorgte für Termintreue beim Neubau: Ralf Ratanski, Teamleiter Realisierung bei juwi. Abbildung: juwi Sorgte für Termintreue: Ralf Ratanski
"Durch das explosive Wachstum des Unternehmens sind unsere beiden Firmensitze in Mainz und Bolanden buchstäblich aus den Nähten geplatzt, wir mussten schon Bürocontainer dransetzen. Dadurch ist sehr viel verloren gegangen an Kommunikation, an Wissen - das fing an teuer zu werden", erklärt Ralf Ratanski die Eile, mit der die Zusammenlegung der bisherigen Standorte nach Wörrstadt betrieben wurde. Der 45-jährige Diplom-Ingenieur ist bei juwi als Teamleiter für die Realisierung der verschiedensten Wind-, Solar- und Bioenergie-Projekte zuständig - und auch verantwortlich für den Neubau der Firmenzentrale. Dafür hat er zeitweise alle anderen Projekte abgegeben, um mit vollem Einsatz das Vorhaben in Wörrstadt voran zu bringen.
 

Neue Maßstäbe
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der rund 12 Meter hohe und etwa 100 Meter lange Neubau der juwi-Gruppe schafft ein hervorragendes Ambiente für qualitativ hochwertige Leistungen: Der Bürokomplex bietet auf rund 8.500 Quadratmetern und über insgesamt sieben, versetzte Etagen in unterschiedlichen Konstellationen 300 Mitarbeitern Platz für Arbeit und Kommunikation sowie Freiräume für Kreativität, Entspannung und zum Auftanken. Die modulare Bauweise eröffnet die Möglichkeit, die Mitarbeiterzahl auf rund 600 zu verdoppeln.

Die "Energiekabine" sorgt mit Pelletsheizung und solarthermischer Anlage für die umweltfreundliche Wärmeversorgung des Neubaus. (Bild juwi) Hightech und Naturbaustoff: Mehrere Photovoltaik-Anlagen erzeugen mehr Solarstrom als im Gebäude verbraucht wird. (Bild juwi) Die "Energiekabine" sorgt mit Pelletsheizung und solarthermischer Anlage für die umweltfreundliche Wärmeversorgung des Neubaus(li). Hightech und Naturbaustoff: Mehrere Photovoltaik-Anlagen erzeugen mehr Solarstrom als im Gebäude verbraucht wird.
Der neue Firmensitz kann als das derzeit energieeffizienteste Bürogebäude der Welt gelten. Der Gebäudekomplex wird übers Jahr mehr Energie erzeugen, als er verbraucht. Auch die Bauweise ist auf Energieeffizienz und Klimaschutz ausgerichtet. Der Primärenergiebedarf (Heizung, Warmwasser, Elektrizität) wird über erneuerbare Energien (Solar-, Wind- und Bioenergie) gedeckt; darüber hinaus verfügt das Gebäude über eine dem Passivhaus-Standard entsprechende Dämmung.
 
Ein besonderer Clou ist die Klimaanlage, die den ohnehin vorgeschriebenen Sprinklertank als Kältespeicher nutzt: Das Wasser des Tanks fließt tagsüber durch Leitungen im Boden und kühlt so die Räume. In dem Bürohaus ist ein intelligentes Energie-Management-System installiert, das den Verbrauch genau beobachtet und die verbrauchenden Einheiten nach ihrer Priorität gestaffelt zu oder abschaltet. Die jährlichen Energiekosten des Bürokomplexes sollen bei zwei Euro pro Quadratmeter liegen. Zum Vergleich: Besitzer eines Einfamilienhauses müssen heute mit Energiekosten von etwa 20 Euro pro qm im Jahr rechnen. Das neue juwi-Gebäude wird also bei den Energiekosten um den Faktor 10 günstiger sein als ein heutiges Standardhaus.

Leben und Arbeiten im Einklang. Blick in die Mensa des Wörrstädter Neubaus. (Bild juwi) Leben und Arbeiten im Einklang. Blick in die Mensa des Neubaus.
Auch hinsichtlich der Lebens- und Arbeitsqualität der Beschäftigten werden Maßstäbe gesetzt. So richtet juwi beispielsweise neben einer eigenen Mensa auf jeder zweiten Halbetage eine Kommunikationszone mit Lounge-Charakter ein. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in einem Andachtsraum in sich zu kehren und neue Kraft zu schöpfen.
 
Die körperliche Ausgeglichenheit wird ebenfalls nicht vernachlässigt: Neben einem Fitnessraum werden in den Außenanlagen unter anderem ein Fußball- und ein Beachvolleyballfeld gebaut. Und auch familiäre Aspekte wurden berücksichtigt. Am Firmensitz wird juwi eine eigene Kindertagesstätte für die Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einrichten.

Statische Termine, dynamische Ressourcen
Alle Projekte, die juwi realisiert, sind in das projektübergreifende, firmenweite Projektmanagementsystem eingebunden, das man schon seit Jahren mit Asta Enterprise, der Multi-User/Multi-ProjektLösung auf Client-Server-Basis, eingerichtet hat. Ressourcenplanung, Kosten-, Liquiditäts- und Budgetplanung für die einzelnen Projekte werden damit ebenso bewerkstelligt, wie die projektübergreifende Zusammenfassung der Einzeldaten in Jahresprojekte, bei denen wiederum die Schnittstellen zum betriebswirtschaftlichen Bereich ansetzen. "Während der Bauzeit der Zentrale in Wörrstadt" sagt Ralf Ratanski beiläufig, "haben wir zeitgleich noch 55 Anlagen in Costa Rica gebaut, in Frankreich waren 80 Anlagen und in Deutschland 36 Anlagen in Arbeit, darunter in Brandis bei Leipzig die weltgrößte Photovoltaik-Anlage - das alles läuft hier über ASTA Enterprise".

So auch der Neubau des Firmensitzes. "Aber anders als bei meinen sonstigen Projekten spielte die reine Terminplanung hier kaum eine Rolle", betont Ratanski. "Den ersten Masterplan habe ich am 7. Januar 2008 erstellt und daran gab es dann nichts mehr zu ändern. Der 1. Juli musste gehalten werden, zeitliche Puffer gab es keine. Wenn es eng wurde, musste das halt mit erhöhter Manpower ausgeglichen werden. In Spitzenzeiten waren 360 Leute im Drei-Schicht-Betrieb auf der Baustelle. Entsprechend dynamisch hat sich natürlich die Ressourcenplanung gestaltet. Die Präzision von Asta Powerproject hat mir da enorm geholfen." Unter solchen Umständen wird auch die SiGe-Koordination zu einem spannenden Thema: "Extrem dynamisch war die SiGe-Planung, die wir wie sonst auch mit Asta Sigecontrol erledigt haben, einem AddOn zu Powerproject, mit dem sich SiGe-Planung und -Koordination nahtlos einfügen".

Preiswürdig
Im September 2008 hat die juwi-Gruppe den "Deutschen Klimaschutzpreis 2008" der Deutschen Umwelthilfe e. V. erhalten. "Mit der Konzeption und Errichtung ihres neuen Firmensitzes in Wörrstadt hat juwi auf herausragende Weise demonstriert, dass das Unternehmen entschlossen ist, sein umfassendes und zukunftsweisendes Engagement für Klima- und Ressourcenschutz auch 'auf sich selbst' anzuwenden", heißt es in der Begründung. Wir gratulieren.

© Text: Thomas G. Merkel / Komma Zwo
© Abbildungen: juwi


 

Update: Die Story geht weiter.
Der zweite Bauteil des Bürogebäudes der juwi-Firmengruppe wurde am 24. August 2009 eröffnet.
Ralf Ratanski erleutert im Video die Besonderheiten von Bauwerks und Projektmanagement.
 
Interessant auch Teil 1 und Teil 2 des Videos über das juwi Bürogebäude und das Video des am Bau beteiligten Holzbau-Unternehmens Griffner

Meldungen zu Asta Powerproject, Asta Development ...
17.11.10 Asta Development GmbH:
17.11.10 Asta Powerproject Version 11: Projekt-Power für Profis [pdf]
28.04.10 Asta Development GmbH:
04.12.09 Asta 4D und Asta Baucontrol [pdf]
04.12.09 Asta Development GmbH:
04.12.09 ASTA Powerproject mit Auftragsplanung [pdf]
01.10.09 Asta Development GmbH:
01.10.09 ASTA Powerproject - Projektplanung und Dokumentenmanagement verknüpfen [pdf]
05.03.09 Asta Development GmbH: ASTA Powerproject - Kurzer Draht zum Hersteller [pdf]

 
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